Die Lese 2018 - Eine Reise zu Taylor´s Quinta de Vargellas im Dourotal

Am 24.09.2018 war es endlich soweit. Die lang geplante Reise zur Quinta de Vargellas von Taylor´s startet planmäßig mit der Ankunft in Porto am späten vormittag. Endlich wieder in Portugal, denke ich und genieße die 35°C Grad und freue mich auf die Verlängerung des, auch in Deutschland, grandiosen Sommers. Anschließend geht es mit einem kleinen Bus von Porto über die zahlreichen Brücken im zerklüfteten Nordportugal zur Quinta de Vargellas. Die Quinta liegt im Douro Superiore und ist eine, wenn nicht die berühmteste Quinta von Taylor´s. Die Fahrt dauert etwa vier Stunden. Auf den gut ausgebauten Fernstraßen geht es anfangs schnell voran, aber abseits der Schnellstraße zeigt sich das ursprüngliche Portugal. Kleine Ortschaften liegen malerisch am Ufer des Douro und der Anblick täuscht darüber hinweg, dass es für die Wein- und Olivenbauern seit Jahrhunderten harte Arbeit ist, dem kargen und schroffen Boden hervorragende Weine und Oliven abzutrotzen. Kurz hinter Regua überqueren wir den Douro direkt am Wasserkraftwerk, dass seit Anfang der 1970´er Jahre die Region mit Strom versorgt. Weiter geht es am Südufer des Douro bis wir Pinhao erreichen. Hier kürzen wir über die N222 ab und fahren über den Bergkamm bis Sao Joao de Pesqueira und fahren dann wieder hinunter zum Douro. Vorbei an der Quinta da Valeira, der Quinta do Cachao und den Weinbergen von Quevedo Port erreichen wir, nach abenteuerlicher Fahrt über staubige Straßen die Quinta de Vargellas. Atemberaubend! Die Quinta aus dem 19. Jahrhundert hat sich über die Jahrhunderte den Charme eines kleinen Familienweingutes bewahrt. Modernisierungen wurden behutsam vorgenommen, um den ursprünglichen Charakter des Hauses zu erhalten. Zur Begrüssung bekommen wir von Amanda, einer sehr charmanten und höflichen Mitarbeiterin von Taylor´s einen Portonic auf Eis. Das tut gut nach der langen anstrengende Fahrt und der staubtrockene Taylor´s Chip Dry, gepaart mit Tonic, Minze, Limette und Eis weckt bei uns allen die Lebensgeister und mach neugierig auf das was vor uns liegt. Nach der Begrüßung mit Portonic und Mandelkuchen geht es erst einmal aufs Zimmer, um nach der Fahrt ein wenig zu entspannen. Meine Neugier treibt mich doch recht schnell wieder aus dem Haus und bei einem Streifzug durch die Weinberge wird mir klar, warum hier die besten Trauben ihren Platz haben. Die Ausrichtung und Neigung der Weinberge, das Terroir und die unmittelbare Nähe zum Douro bieten ideale Bedingungen. Hier bestätigt sich noch einmal das guter Wein leiden muss, denn im Sommer herrscht hier eine Gluthitze von über 40°C und die Niederschläge sind übersichtlich. Dies führt dazu, dass die Trauben (angebaut werden hier Touriga Francesca, Tinta Barroca, Touriga Francesca und Tinta Roriz) klein und kompakt bleiben und sich die Aromen stark konzentrieren. Da wir bereits mitten in der Lese sind gestatte ich mir nur eine kleine Kostprobe der Trauben und kehre nach zwei Stunden wieder zur Quinta zurück. Hier sind nun die Vorbereitungen für das Abendessen abgeschlossen und wir nehmen noch einen kleinen Aperitif im Salon. Das Dinner ist grandios und die regionalen Gerichte werden umrahmt von Stilweinen der Region. Da Taylor´s sich ausschließlich auf Portwein konzentriert genießen wir hier  zur Vorspeise eine fruchtigen Weißwein der Quinta de Solheita aus dem Minho. Zum Hauptgang einen kräftigen roten aus dem Hause der Quinta do Crasto, den Crasto Superior 2015. Ein frischer und sehr ausgewogener Roter mit einem kräftigen Körper. Gerade richtig für die deftigen portugiesischen Gerichte, die gerne auch kräftigt mit Kräutern gewürzt sind. Zum Dessert dann einer meiner Lieblingsportweine, der 20 Year old Tawny Port von Taylors. Grandios zu Cremé Brulée und dem danach gerichten portugiesischen Käse. Portugal hat übrigens auch interessanten Käse zu bieten. Aufgrund der Topografie und der kargen Böden wird hier vorwiegend Ziegenkäse erzeugt, der mit seinen kräftigen Aromen ganz hervorragend zum Taylor´s 20 Year old passt. Nach dem Dinner kommt das Highlight des Abends. Wir werden gemeinsam mit den Pflückern, alles Menschen aus der Region die zur Lese zum Teil seit Generationen bei Taylor´s kommen, im Lagar die Trauben treten. Darauf habe ich mich schon seit der Buchung der Reise gefreut, denn das Treten mit den Füßen wurde bei vielen Winzern durch maschinelle Pressung abgelöst. Taylors Port ist einer der wenigen Porthersteller die an der traditionellen Methode festhalten, da dies die sanfteste Art ist die Trauben zu pressen. Beim maschinellen pressen besteht immer die Gefahr, dass auch Traubenkerne zerdrückt werden und damit die Gerbstoffe in die Maische kommen und hier zuviel Bitterstoffe entstehen. Das kann mit menschlichen Füßen nicht passieren und damit wird der Grundstein für die ausgewogenen und klar strukturierten Portweine von Taylor´s gelegt. Nach getaner Arbeit genießen wir noch einen 30 Year Old Tawny Port auf der Terrasse und blicken auf den sich still dahinschlengelnden Douro. Dieser Abend wird unvergesslich bleiben, gerade auch weil man in diesem abgelegen Tal nichts hört, außer der Musik von Paolo der mit einer Mischung aus landestypischen Liedern und Evergreens dafür sorgt, das die Stimmung im Lagar nie abreist. Traumhaft.

Der nächste Tag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück bevor wir zur Quinta Terra Feita aufbrechen. Einer weiteren Quinta von Taylor´s Port die in der Nähe von Pinhao liegt. Hier ist auch die moderne Kellerei von Taylor´s nebst einem Lager mit über 2.000 Pipas, den kleinen rund 500-600 Liter fassenden Holzfässern. Auch eine Küferei ist hier untergebracht, da die Fässer für die Weine ebenfalls selbst hergestellt werden. Auf der Qta. Terra Feita werden auch die Trauben von den umliegenden Weingütern gepresst die bereits seit vielen Jahrzehnten und zum Teil Jahrhunderten ihre Trauben an Taylor´s Port verkaufen. Im Laufe der Jahre hat man eine ausgeklügelte Logistik entwickelt, um die Frische der Trauben bei der Pressung zu optimieren. So wurde mittels eines GPS Systems die Anliegerung der Trauben während der Lese terminlich so abgestimmt, dass die kleinen LKW und Pickups nicht mehr vor der Kellerei warten müssen. Dies führte in der Vergangenheit dazu, dass das Lesegut zum Teil in den Behältern gegoren war und damit die hohen Qualitätsstandards nicht mehr erfüllte. Die Trauben wurden dann vernichtet. Heute sorgt das System dafür, dass die Lieferungen genau abgestimmt kommen und es keine Wartezeiten mehr gibt. Nachdem wir noch eine Führung durch die temperierten Lagerhallen genießen durften ging es weiter nach Porto.

In Porto logierten wir im Yeatman Hotel in Vila Nova de Gaia. Das Hotel hat sich dem Portwein verschrieben und bietet einen atemberaubenden Blick über Vila Nova de Gaia auf die gegenüberliegende Stadt Porto. Das Portwein in diesem Hause eine besondere Rolle spielt wird direkt beim Check-In deutlich, denn jedes Zimmer ist einem Portweinhaus, einem Portwein-Shipper oder einer Quinta gewidmet. Liebevoll eingerichtet und mit einem Auge für Details kann man sich hier dem Thema Portwein auf verschiedenste Arten nähern. Zum einen mit einem Rundgang durch das unmittelbar am Hotel beginnende "Portweinviertel" Vila Nova de Gaia. Alle nahmhaften Portweinhersteller haben hier ihre Lagerräume und bieten neben Führungen durch die Lagerkeller natürlich auch Verkostungen und Shops an. Zum anderen kann man sich dem Thema auch in dem mit zwei Michelin Sternen ausgezeichneten Restaurant "The Yeatman" nähern. Ricardo Costa zeichnet hier als Küchenchef verantwortlich und begeistert seine Gäste mit seinen kulinarischen Ideen.
Nach einem wirklich hervorragenden Dinner konnten wir den Abend auf der Terrasse des Yeatman mit Blick auf das beleuchtete Porto beschließen.

Nach einem hervorragenden Frühstück folgte eine Führung durch die Lagerkeller von Taylor´s Port in Vila Nova de Gaia mit anschließender Verkostung. Bei der Verkostung konnten wir zum einen die gesamte Linie der Aged Tawny Ports (10,20,30 und 40 Year old Tawny Port) und zum anderen die Ruby Linie (Ruby Reserve Selected, LBV 2013, Vintage Port 1985, Vintage Port 2016 und Qta. de Vargellas Single Quinta Vintage 2005) verkosten. Hier konnten wir das Potential des 2016´er Jahrgangs noch einmal bestätigen.

Die Führung ist wirklich empfehlenswert, da hier eindrucksvoll Zeugnis der Geschichte des Portweins abgelegt wird. Angfangen von der Deklarierung durch den Marquis de Pombal über die Vernichtung nahezu aller Weinberge durch die aus den USA eingeschleppte Phylloxera Plage im 19. Jahrhundert bis heute. Sehr ansprechend dargestellt und man kann sich sowohl mit dem Audioguide als auch mit einer Führung einen guten Eindruck verschaffen.

Leider war nach dem Lunch schon wieder die Rückreise nach Deutschland auf der Agenda und nachdem wir uns sehr herzlich von unseren lieben portugiesichen Freunden verabschiedet hatten, ging es zum Flughafen von wo aus wir zurück in die rund 15°C Grad kalte Heimat antraten. Auch wenn es nur ein paar Tage waren, so werden mir viele Eindrücke für immer im Gedächtnis bleiben.

Tchau Portugal!

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